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Während die homöopathische Behandlung chronischer Erkrankungen ein Feld für den ausgebildeten
Fachmann ist, zeigt die Praxis, dass in Notfällen auch Laien in akuten - oder sogar Notfällen schnell,
sicher und ohne Nebenwirkungen helfen und die Heilung einleiten können. Diese homöopathische
Notfallbehandlung ist eine gute Möglichkeit zur ersten Unterstützung und ergänzt sinnvoll die
professionelle Notfallmedizin, wenn dies notwendig sein sollte.
Wichtig bleibt es, dass bei Unsicherheit auch in einfachen oder scheinbar harmlosen Fällen professionelle
Unterstützung bei einem Arzt oder Homöopathen gesucht wird.
Wie aber können homöopathische Mittel in akuten Fällen eingesetzt werden?
IN SCHOCKSITUATIONEN
Schocksituationen müssen bei einem Unfall immer erwartet werden.
Im Falle von schreienden, wimmernden, spürbar (todes-) ängstlichen Reaktionen, die sich nicht
beruhigen lassen und nicht vom Schmerz ausgelöst werden, ist ACONITUM -
der Sturmhut - das richtige Mittel.
Bei allem Schock und Schreck ausgelöst von stumpfen Verletzungen, Stürzen, Gehirnerschütterungen oder
Verrenkungen, immer dann, wenn der Patient sich ganz "zerschlagen" fühlt, ist ARNICA - Bergwohlverleih oder auch
Fallkraut genannt - angezeigt.
Beide Mittel wirken schnell und deutlich spürbar für Außenstehende. Der Patient hört auf zu
schreien, ist wieder "bei sich", zittert nicht mehr, die Gesichtsfarbe kehrt zurück, er kann den
Tathergang beschreiben. Manchmal reicht eine Gabe nicht aus, dann müssen die Mittel solange gegeben werden,
bis die Verbesserung einsetzt.
Auch die Bachblütenessenz RESCUE-Tropfen - die
Notfalltropfen - sind innerlich angewendet hilfreich. Möglicherweise wirken diese nicht ganz so schnell wie
die Mittel der klassischen Homöopathie.
WUNDEN
Auch bei Schürfwunden ist ARNICA die erste homöopathische Arznei. Solange
Blut fließt, kann sich die Wunde sehr gut selbst reinigen. Bei nicht blutenden Wunden erhöht sich die
Infektionsgefahr. Hier ist die Reinigung mit verdünnter CALENDULA-Essenz notwendig. Dabei werden
die Wundränder nicht wie bei anderen Desinfektionsmitteln verätzt, sondern die Heilung angeregt.
SCHNITTWUNDEN
Für Schnittwunden ist STAPHISAGRIA - der
Rittersporn - das passende Mittel.
STICHVERLETZUNGEN
Bei allen Stichen oder Bissen von Insekten wie Bremsen, Mücken, Bienen (auch APIS), Wespen (auch VESPA) und
bei Zeckenbissen ist als erste Behandlung LEDUM -
der Sumpfporst - angezeigt.
FREMDKÖRPER, DIE NICHT ENTFERNT WERDEN KÖNNEN
Bei schmerzhaften Splittern, die sich nicht ziehen lassen, auch bei einem Zeckenkopf, der in der Wunde steckt,
ist SILICEA - Kieselerde - richtig. Fremdkörper
werden ausgetrieben und lassen sich einfacher aus der Wunde ziehen. Das kann einige Stunden dauern, ist aber
schmerzarm.
STÜRZE, VERRENKUNGEN, PRELLUNGEN
Bei Verletzungen der Muskeln und des weichen Gewebes ist eine Gabe des Mittels ARNICA die richtige Behandlung. Wenn diese sehr
schnell nach Trauma erfolgt, können sogar Hämatome vermieden werden oder sie lösen sich relativ
schnell auf. Auch bei einer Gehirnerschütterung ist es das erste Mittel.
Sollte Arnica nicht helfen, ist besonders bei sehr muskulösen, durchtrainierten Menschen BELLIS PERENNIS - das Gänseblümchen - angesagt.
Zur Heilung der Verletzungen von Bändern, Sehnen und Gelenken ist RHUS TOXICODENDRON - der Giftsumach - richtig.
BEI NERVENVERLETZUNGEN
Bei einem Schlag auf die Fingerspitzen, Gegenständen, die auf Zehen fallen, bei eingeklemmten Nerven oder
Steißverletzungen unterstützt HYPERICUM - das Johanniskraut - die Heilung
und nimmt den Schmerz.
KNOCHENBRÜCHE
SYMPHYTUM - Beinwell - fördert die
Callusbildung. Einer seiner Namen "Wallwurz" verweist auf diese Wirkung hin, Wunden und Brüche
zu "verwallen".
VERBRENNUNGEN
Niemals nach Verbrennungen die Wunde unter kaltes Wasser halten. Der Körper will den Kälteschock von
außen ausgleichen und wird besonders viel Wärme in diese Region schicken, so dass weder der Schmerz
nachlässt noch die Wunde heilen kann.
Stattdessen einen essiggetränkten (einen milden Essig aus der Küche) Umschlag solange auf die Wunde
halten, bis der Schmerz nachgelassen hat. Bei Essigessenzen mit Wasser im Verhältnis 1:3 mischen. 70-80%-iger
Alkohol ist ebenfalls als Mittel geeignet.
SONNENSTICH
Bei pulsierenden, hämmernden Kopfschmerzen, Übelkeit bis zum Erbrechen und hochrotem Gesicht durch
einen längeren Aufenthalt in der Sonne, sollte der Patient unbedingt viel trinken.
Das homöopathische Mittel für diesen Zustand ist BELLADONNA - die Tollkirsche.
ANWENDUNG, DOSIS UND DOSIERUNG
Alle genannten homöopathischen Arzneien werden in der Potenzstufe C 200 verwendet.
Dabei werden jeweils 2 Kügelchen (Globuli) oder Tropfen gegeben.
In hochakuten Fällen kann es sinnvoll sein, 3-4 Globuli in Wasser zu lösen und alle paar Minuten einen
Teelöffel zu verabreichen bis eine spürbare Besserung eintritt. Vor jeder Teelöffelgabe wird die
Lösung kräftig umgerührt. Sobald eine Besserung einsetzt (die Schmerzen nehmen ab, der Patient
wird ruhig), wird der Abstand der einzelnen Gaben vergrößert, bis sich das Allgemeinbefinden
grundsätzlich verbessert hat und keine Gabe mehr notwendig ist.
Eine kleine Notfallapotheke kann Ihnen in akuten Situationen sinnvoll helfen, die ersten notwendigen Schritte
zu tun, um den Schock zu nehmen und Schmerzen zu lindern. Bei kleineren Notfällen, entstanden beim
Kinderspiel oder bei Haushaltsunfällen, ist häufig damit alles getan. Bei größeren
Unfällen konnten Sie mit der Behandlung eine gute Voraussetzung für die professionelle
Notfallmedizin schaffen. |
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